Ein kleines Pflänzchen nahm seinen Weg von Übersee nach Europa und schließlich in den Garten einer Weinburger Familie. Das kleine Bäumchen wuchs und gedieh prächtig. Zur Freude der Besitzer dauerte es nicht lange, da entwickelte sich das Bäumchen zu einem stattlichen Baum, der bereits den Großteil des Vorgartens überdachte. Dies war natürlich sehr schön  und schattenspendend. Doch der mächtige Mammutbaum wurde mit den Jahren immer größer und größer, sodass er mit seinen mächtigen Wurzeln bereits anfing, die Hausmauer und die Garteneinfriedung zu unterminieren. Das Schicksal des riesigen Mammutbaumes war besiegelt. Er musste der Motorsäge zum Opfer fallen, um nicht weiteren, größeren Schaden anzurichten. Der Weg in den Ofen, obwohl er nur eine geringe Brennkraft aufweist, war vorprogrammiert. Wenn da nicht, ja wenn da nicht Einer gewesen wäre, der in diesem Baumstamm etwas Besonderes, Mystisches, ja vielleicht sogar Bedeutungsvolles gesehen hätte. Einen Wächter, einen Mahner!

Die Idee war geboren. Der Baum musste in eine bestimmte Form gebracht werden. Die Strukturen des Holzes wurden ausgenützt  und so entstand die Form eines Domes. Eingeschlossen in dies Gebilde wurde ein Stein aus der Region, ein Flaserkalkstein. Dieser Stein soll versinnbildlichen, dass unser Tal ein Juwel darstellt, das zu schützen und zu erhalten unser oberstes Gebot sein soll. In einer Zeit, in der Gewinnmaximierung Vorrang hat, gilt es, das Juwel Dirndltal in all seinen Facetten, in all seinen Nuancen der natürlichen Bestimmung zuzuführen. Diesen Lebensraum in all seiner Pracht und Vielfalt den hier lebenden Menschen erhalten und zu deren Wohle zu nützen.

Wir haben hier alles: klare unverschmutzte Gewässer, eine sich durch das Tal lustig hindurchschlängelnde Pielach mit reichem Fischbestand. Hügel, Berge und Wälder, die von  fleißigen Bauern bewirtschaftet werden und so eine gesunde Lebensgrundlage für die Menschen des Tales sind. Aber auch Gewerbebetriebe, die der Bevölkerung mit ihren Eigenprodukten und Handelswaren, Arbeit, Wohlstand und Auskommen ermöglichen.

Auf dieser Skulptur sitzt der Kopf, der die Einheit der Menschen symbolisiert und zur Gemeinschaft aufruft, dieses Tal im Sinne aller Lebewesen zu verwalten und zur Blüte zu bringen. Technik und Natur muss in sich kein Widerspruch sein, wenn sie sich gegenseitig unterstützen und nicht aufheben. Technik muss überschaubar sein und den Menschen das Leben leichter machen. Die Technik sollte Mittel zum Zweck sein, nicht aber Technik und Fortschritt zum Lebensinhalt werden.

So steht nun der „Juwelendom“ da, imposant, gerade da, neben der Mariazeller Bahn, am Eingang des Pielachtales und soll hier erinnern, welchen Schätze wir in unserem Lebensraum haben. Schützen wir – und erhalten wir sie.

Manfred Lasser                                                                                           22.Dez. 2014

Idee und Gestaltung: Manfred Lasser
Hilfe beim Schnitzen: Walter Riebl
Steinwappen: Erich Seitz
Stein schneiden und polieren: Hans Tremmel
Steinspende: Grassmann Ges.m.b.H Rabenstein